Auf den Philippinen nennt man Glühwürmchen Alitaptap. Wenn du nachts an einem Fluss oder einer Wiese spazieren gehst, wirken die leuchtenden Insekten wie pure Magie. Weil sie so geheimnisvoll sind, erzählen sich die Menschen schon sehr lange Geschichten über sie. Schauen wir uns vier bekannte Mythen an. Wir prüfen, was die Leute sagen, was wirklich stimmt und woher die Forscher das wissen.
Glaube eins: Glühwürmchen sind fliegende Sterne
Viele alte Geschichten auf der Welt besagen, dass Glühwürmchen winzige Sterne sind, die vom Nachthimmel auf die Erde gefallen sind. Wenn Kinder helle Lichter über dem Gras schweben sehen, kann man sich leicht vorstellen, dass sie aus den Wolken herabgekommen sind.
Was wirklich stimmt: Glühwürmchen sind Insekten und keine Steine aus dem Weltall oder Sterne. Sie gehören zu den Käfern, die in der Wissenschaft Lampyridae heißen. Sie verbringen den größten Teil ihres Lebens im Schmutz und fressen Schnecken, bevor sie überhaupt Flügel zum Fliegen bekommen.
Wie wir das wissen: Forscher untersuchen den Körper von Glühwürmchen ganz genau. Unter dem Mikroskop sieht man sechs Beine, harte Flügeldecken und Fühler. Es sind Krabbeltiere, genau wie Käfer und Ameisen.
Glaube zwei: Jedes Glühwürmchen blinkt
Viele Menschen denken, dass alle Glühwürmchen im Dunkeln ein- und ausschalten, um Muster zu machen. Wer an ein Glühwürmchen denkt, hat meistens ein blinkendes Licht im Kopf.
Was wirklich stimmt: Nicht alle Glühwürmchen blinken. Manche Arten leuchten überhaupt nicht auf diese Weise. Zum Beispiel leuchtet der Große Leuchtkäfer ganz gleichmäßig und sanft, statt zu blinken. Man findet sie in Städten wie Tver in Russland, Dunakeszi in Ungarn und Ebensee in Österreich.
Wie wir das wissen: Forscher und Naturbeobachter beobachten diese Insekten viele Stunden lang. Sie zeichnen auf, ob das Licht pulsiert oder ruhig bleibt. Wenn Menschen ihre Beobachtungen auf Karten wie Alitaptap eintragen, helfen sie dabei zu zeigen, welche Käfer blinken und welche nur leuchten.
Glaube drei: Glühwürmchen kommen nur im Sommer
Viele Bücher und Filme zeigen Glühwürmchen nur an heißen Sommerabenden, wenn Kinder Ferien haben.
Was wirklich stimmt: Glühwürmchen sind auch in anderen Jahreszeiten aktiv. Im späten Oktober sieht man sie an vielen Orten. Das Winter-Glühwürmchen kommt heraus, wenn das Wetter kühl wird. Beobachter haben Winter-Glühwürmchen kürzlich an Orten wie Voorheesville in New York, Apsley in Kanada und Concord in North Carolina entdeckt.
Wie wir das wissen: Projekte für Bürgerwissenschaft sammeln jeden Tag Beobachtungen aus aller Welt. Wenn jemand im Oktober ein Foto von einem Winter-Glühwürmchen macht und Datum sowie Ort teilt, zeigt das, dass diese Insekten im Herbst nicht einfach verschwinden.
Glaube vier: Glühwürmchen machen heißes Licht
Weil Glühwürmchen so hell leuchten, denken manche Leute, dass ihr Po sehr heiß werden muss, genau wie eine kleine Glühbirne oder eine Kerzenflamme.
Was wirklich stimmt: Das Licht von Glühwürmchen ist kaltes Licht. Es verschwendet keine Energie für Hitze. Wenn es heiß wäre, würde sich das Glühwürmchen verbrennen.
Wie wir das wissen: Chemiker und Biologen untersuchen die speziellen Stoffe im Hinterleib des Glühwürmchens, die Luciferin und Luciferase heißen. Wenn sich diese Stoffe im Körper des Insektens mit Sauerstoff mischen, entsteht Licht ohne Hitze. Wissenschaftler können die Temperatur des Lichts messen und beweisen, dass es kühl bleibt.
Wenn du das nächste Mal ein Alitaptap siehst oder dir eine Karte mit Glühwürmchen anschaust, kennst du die echte Wissenschaft hinter dem Leuchten.